Playtime

eine Intervention in Kiel

Eine immer heterogener und differenzierter werdende Öffentlichkeit benötigt Orte, in denen sich Austausch ereignen kann. Angesichts der zunehmenden kulturellen Notwendigkeit Informationen zu filtern, zu strukturieren und in spezifischen, gesellschaftlichen Milieus und Szenen zu verteilen können kompakte öffentliche Orte mit hoher Sichtbarkeit im Stadtraum ein Potential darstellen. Es geht darum jenen Formen von Öffentlichkeit, welche sich zusehends in medialen Netzwerken abspielen wieder eine Art Rückbindung an eine realräumliche Präsenz und Zugänglichkeit zu geben.

Mein gewählter Ort
Die Schloßstraße verbindet das Schloß in Kiel mit der Innenstadt und dem alten Markt.  Es ist eine Straße, die kaum genutzt wird. Eine Straße voller Leerstände. „Zu vermieten“-Schilder dominieren das Erscheinungsbild.
Eine Leere die ich füllen wollte.

Mein gewählter Ort ist ein Brachland | Parkplatz zwischen zwei Häusern.
Es laufen kaum Fußgänger vorbei. Als Verbindung zwischen Schloß und altem Markt  dient eigentlich die viel schönere „Dänische Straße“. Kleine Durchgänge verbinden die Straße miteinander, so ist der direkte Vergleich vom alten, schönen Kiel zu den neuen, undurchdachten Unorten  Kiels direkt.
 Es ist wie eine Lücke im Gebiss. Als fehlte ein Zahn.

Konzeptioneller Ansatz

Die Inszenierung soll den Bewohnern der Stadt erklären, warum Kiel ist wie es ist. Es soll die Missstände erklären, ohne jedoch wertend zu sein.
Ich denke es ist wichtig, in dem Geknubbel von Stadt etwas zu finden das Ordnung in die Stadt bringt.
Man betritt die Inszenierung durch eine Schleuse, in der man Hörproben von Leuten hört, die ihre erste Erfahrungen mit der Stadt Kiel schildern. Sie werten die Stadt auf ihre Weise. Vielleicht fällt dann der Groschen auch bei Kielern, vielleicht erleben sie dann ihre Stadt etwas anders.
An den Wänden ist erklärt wie man die Inszenierung benutzt.
Man nimmt sich eine Leinwand und betritt das Brachland.

Die Gefühle, Regungen und Bilder die entstehen kann jeder für sich selber wahrnehmen und alleine genießen - wenn er möchte. Die Beamer sind auf den Dächern der umliegenden Häuser installiert.
Hält man seine Leinwand nach oben kann man sich auf die Suche machen, nach den Projektionen und so den Raum mit Bildern füllen. Man holt die Bilder vom Boden in die Vertikale. Außerdem muss der Besucher den Ort finden, wo das Bild für ihn komplett sichtbar und scharf wird.
An genau dem Punkt ist im Boden eingelassen eine Box, die den passenden Sound zu den Bildern liefern.